Amerika-Panorama

19. März 2009

Brasilien - Exkommunikation nach Abtreibung

Abgelegt unter: Brasilien, Südamerika — Tags:, , , , , — Remo Nemitz @ 22:39

Rio de Janeiro - Die katholische Kirche am hat am Donnerstag die Mutter eines 9-jährigen Mädchen, die eine Abtreibung nach der Vergewaltigung von ihrem Stiefvater hatte, exkommuniziert. Der brasilianische Erzbischof Jose Gomes Sobrinho exkommunizierte auch die Ärzte, die ihre Schwangerschaft mit Zwillingen abbrachen.

Abtreibung ist im überwiegend katholischen Brasilien illegal, jedoch räumt das Gesetz Ausnahmen ein, so in Fällen von Vergewaltigung und Schwangerschaften, die das Leben der Mutter gefährden.

Laut dem Leiter der römisch-katholischen Erzdiözese von Olinda und Recife im Nordosten Brasiliens, haben sich alle Personen, die mit der Beendigung der Schwangerschaft am Mittwoch zu tun hatten, “ein schweres Verbrechen,” begangen, dem “Mord an zwei unschuldigen Leben.”

Gomes Sobrinho, der zu konservativen Kreisen in der brasilianischen römisch-katholischen Kirche gehört, sagte, dass die Exkommunizierten keine Sakramente mehr empfangen können, auch wenn sie vielleicht doch noch vermeiden können, in die Hölle zu kommen. „Christen können Absolution erlangen, wenn sie wirklich bereuen und um Vergebung bitten”, sagte er.

Dr. Sergio Cabral, Direktor des Amaury de Medeiros Integrated Health Center, wo die Abtreibung durchgeführt wurde, lehnte es ab, die Entscheidung des Erzbischofs zu kommentieren und sagte nur, dass die Klinik “ihre Pflicht zur Unterstützung einer armen Familie im Rahmen der Legalität” getan habe.

Cabral meinte, dass die Schwangerschaft in der 15. Woche eine ernste Gefahr für das Leben des jungen Mädchen war. Sie ist nur 1,33 Meter groß und wiegt 36 Kilogramm.

Die Erzdiözese erklärte, sie verzichtet auf eine Klage gegen die Mutter des Mädchens. Diese Entscheidung wurde Berichten zufolge aufgrund der Tatsache getroffen, dass Anwälte es für unwahrscheinlich halten, dass eine solche Klage Erfolg hätte.

Die Staatsanwaltschaft sagte, ihr Personal habe den Fall verfolgt, sie jedoch keinen Grund zur Intervention sah, da das brasilianische Recht Abtreibungen für die Opfer von Vergewaltigung erlaubt, ohne dass eine ausdrücklichen Genehmigung durch das Gericht vorliegt.

Das Mädchen, dessen Identität nicht öffentlich gemacht wurde, hat sich gut erholt, und die Ärzte hoffen, sie kann das Krankenhaus bald verlassen.

Der Stiefvater, 23, gestand die Vergewaltigung und wurde in der vergangenen Woche in Recife, der Hauptstadt des Staates Pernambuco inhaftiert. Laut Polizei wurde das Mädchen sexuell missbraucht, seit sie 6 Jahre alt war.

2. März 2009

Brasilien fordert Milliardenstrafgeld für die USA

Abgelegt unter: Brasilien, Südamerika, USA — Tags:, , , , — Remo Nemitz @ 22:19

Im Streit über nationale Förderungen für die US-amerikanische Baumwollindustrie wird von Brasilien eine Milliardenstrafe gegen die USA angestrebt. Brasiliens Botschafter bei der WTO (World Trade Organisation), Robert Azevedo, forderte nach einem Treffen mit der US-Delegation in Genf eine Strafe von bis zu 2,5 Milliarden Dollar.

Der Baumwollstreit zwischen Brasilien und den USA besteht bereits seit dem Jahr 2002. Im Jahr 2008 gab die  WTO einer Klage Brasiliens statt, die besagte, dass brasilianische Baumwollfarmer durch die US-Suventionen für die heimische Baumwollproduktion benachteiligt werden. Die WTO verpflichtete die USA ihrer Subventionsregeln zu ändern.

Nach Ansicht der Regierung Brasiliens hat die USA haben die geforderten Schritte nicht ergriffen. Am 30.April 2009 will die WTO daher über die Strafhöhe gegen die USA entscheiden.

Die Baumwollsubventionen der USA sind für zahlreiche Entwicklungs- und Schwellenländer problematisch, da sie den Marktsituation für Produzenten in ärmeren Länder (vor allem in Afrika) verschlechtern. Globalisierungskritische Organisationen halten die Subventionspolitik der USA ebenfalls für unfair.

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