Eine Meerechse auf schwarzem Lavagestein und ein Seelöwe am Sandstrand bei Sonnenuntergang, im Hintergrund türkisfarbenes Meer, ein Boot und eine Vulkaninsel, Galápagos-Inseln

Rund 1.000 Kilometer vor der Küste Ecuadors liegen mitten im Pazifik die Galápagos-Inseln. Der vulkanische Archipel besteht aus 13 größeren und zahlreichen kleineren Inseln und gehört zu den außergewöhnlichsten Naturräumen der Erde. Viele der hier lebenden Tiere gibt es nirgendwo sonst – und weil sie kaum natürliche Feinde kennen, zeigen sie bis heute wenig Scheu vor Menschen.

Berühmt wurden die Inseln durch Charles Darwin, der sie 1835 besuchte. Seine Beobachtungen, etwa an den unterschiedlichen Finkenarten der einzelnen Inseln, flossen später in seine Evolutionstheorie ein. Heute stehen fast 97 Prozent der Landfläche unter Schutz, die Galápagos-Inseln gehörten 1978 zu den allerersten Stätten des UNESCO-Welterbes.

Tierwelt aus nächster Nähe

Das Wahrzeichen des Archipels sind die Riesenschildkröten, die mehr als hundert Jahre alt werden können und den Inseln ihren Namen gaben – „galápago“ ist ein altes spanisches Wort für Schildkröte. Daneben begegnet man Meerechsen, die sich auf schwarzen Lavafelsen sonnen, Landleguanen, Seelöwen, die faul auf Bänken und Stegen liegen, Blaufußtölpeln mit ihrem bekannten Balztanz und Fregattvögeln mit leuchtend rotem Kehlsack.

Auch unter Wasser ist die Vielfalt enorm. Beim Schnorcheln schwimmt man neben Meeresschildkröten, verspielten Seelöwen, Rochen und sogar Galápagos-Pinguinen, der einzigen Pinguinart, die nördlich des Äquators vorkommt. Taucher zieht es zu den abgelegenen Inseln Wolf und Darwin, wo große Schulen von Hammerhaien vorbeiziehen.

Santa Cruz und Puerto Ayora

Die meisten Reisenden beginnen auf Santa Cruz. In Puerto Ayora, dem größten Ort des Archipels, befindet sich die Charles-Darwin-Forschungsstation, die sich um den Schutz und die Aufzucht der Riesenschildkröten kümmert. Im Hochland der Insel kann man die Tiere in freier Wildbahn beobachten, etwa auf der Farm El Chato, und durch lange Lavatunnel wandern. Ein kurzer Fußweg führt zur Tortuga Bay, einem der schönsten Strände der Inseln.

San Cristóbal, Isabela und die kleinen Inseln

Auf San Cristóbal liegt die Inselhauptstadt Puerto Baquerizo Moreno, wo Seelöwen ganz selbstverständlich am Hafen schlafen. Vor der Küste ragt der Felsen Kicker Rock aus dem Meer, ein beliebtes Ziel zum Schnorcheln. Isabela, die größte Insel, wird von aktiven Vulkanen geprägt; eine Wanderung zum Krater des Sierra Negra gehört zu den Höhepunkten, ebenso die Lavatunnel von Los Túneles.

Besonders eindrucksvoll sind die kleineren, unbewohnten Inseln, die man nur mit Führern besuchen darf. Auf Bartolomé reicht der Blick von einem Aussichtspunkt über bizarre Lavalandschaften bis zum markanten Pinnacle Rock, auf North Seymour brüten Blaufußtölpel und Fregattvögel, und auf Española, der Heimat der Galápagos-Albatrosse, liegen Seelöwen am weißen Strand der Gardner Bay.

Reisen auf den Galápagos-Inseln

Die Inseln erreicht man per Flug vom ecuadorianischen Festland, meist von Guayaquil oder Quito aus. Besucher zahlen bei der Ankunft eine Eintrittsgebühr für den Nationalpark, die dem Naturschutz zugutekommt. Man kann die Inseln entweder von einem Kreuzfahrtschiff aus erkunden, das nachts zur nächsten Insel fährt, oder in einem der Orte wohnen und von dort aus Tagesausflüge unternehmen. Viele Besucherorte sind nur mit zertifizierten Naturführern zugänglich, und die Wege dürfen nicht verlassen werden.

Klima und beste Reisezeit

Obwohl die Inseln am Äquator liegen, ist das Klima durch Meeresströmungen gemäßigt. Von etwa Dezember bis Mai ist es warm und sonnig, mit gelegentlichen kurzen Regenschauern; das Meer ist dann ruhig und angenehm warm zum Schnorcheln. Von Juni bis November bringt der kühle Humboldtstrom kühleres Wasser und häufig Nebel, dafür ist das Meer besonders nährstoffreich und die Tierwelt unter Wasser sehr aktiv.

Die Galápagos-Inseln lassen sich das ganze Jahr über besuchen. Wer vor allem baden und schnorcheln möchte, wählt die warme Jahreszeit; Taucher, die Haie und Walhaie sehen wollen, kommen eher in der kühleren zweiten Jahreshälfte.

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